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LMU Sustainability Week: Die vielen Seiten der Nachhaltigkeit

29.10.2026

Buchrecycling, Klimamodellierung und Weltall-Show: Vom 9. bis 13. November zeigt die LMU ihre vielfältigen Initiativen zur Nachhaltigkeit.

Macht Kunst nur noch mehr Müll? Und lassen sich Bücher recyceln? Mit Fragen wie diesen beschäftigten sich Kunstpädagogik-Studierende in einem Seminar in der Buchbindewerkstatt der LMU – und machten aus alten Büchern Kunstwerke. Dazu banden sie Bilder, Verpackungen und Bücher vom Flohmarkt zu neuen Büchern, beschrieben, beklebten und übermalten sie. Die entstandenen Werke werden nun ausgestellt – im Rahmen der Sustainability Week an der LMU.

Bücher aus Büchern machen, das ist die Idee hinter dem Projekt aus der Kunstpädagogik. Inhalte wurden übernommen oder durch Hinzufügen, Übermalen und Verfremden überarbeitet.

© Kathrin Thalmann
© Kathrin Thalmann
© Kathrin Thalmann
© Kathrin Thalmann

Vom 9. bis 13. November können Besucherinnen und Besucher dabei die vielfältigen Nachhaltigkeitsinitiativen an der LMU und in ihrem Umfeld kennenlernen, sich austauschen und vernetzen. Die vom Team des LMU Sustainability Office organisierte und von der Münchener Universitätsgesellschaft unterstützte Veranstaltungswoche vereint Beiträge aus nahezu allen Bereichen der Universität, von den Natur-, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften über die Medizin bis zu den Rechtswissenschaften. Rund 60 Veranstaltungen, darunter Podiumsdiskussionen, Konzerte, Themenspaziergänge und Mitmachaktionen, zeigen, wie unterschiedlich sich die Disziplinen mit Fragen der Nachhaltigkeit beschäftigen. Zudem öffnen zahlreiche Dozierende ihre Lehrveranstaltungen für Interessierte.

Digitale Lesung mit „Drachenreiter“-Autorin

„Nachhaltigkeit ist weit mehr als Klima- und Umweltschutz“, erklärt der LMU-Nachhaltigkeitsbeauftragte Professor Ralf Ludwig. „Sie berührt grundlegende Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, der wirtschaftlichen Entwicklung, Gesundheit, Bildung und globalen Gerechtigkeit.“ Als große Volluniversität biete die LMU vielfältige wissenschaftliche Perspektiven auf diese Herausforderungen. „Aber Nachhaltigkeit braucht neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch kritische Reflexion, Kreativität und gemeinsames Handeln.“

So können sich bei der Sustainability Week Radpendlerinnen und -pendler über Routen und Ausrüstung austauschen – und ihre eigenen Ideen einbringen, wie man die Infrastruktur für Fahrradfahrende an der LMU verbessern könnte. Am Institut für Statistik hält Sebastian Sippel, Juniorprofessor für Klima-Attribution am Leipziger Institut für Meteorologie, einen Gastvortrag über Statistische Modellierung in der Klimaforschung. Und im Botanischen Garten München-Nymphenburg gibt eine Führung durch die Ausstellung „Kleine Mitbewohner, große Ziele“ Einblicke in das Zusammenspiel von Pflanzen, Mikroben und Nachhaltigkeit.

Autorin Cornelia Funke liest im Rahmen der LMU Sustainability Week aus zwei ihrer Werke. | © Emanuele Camerini

Die Autorin Cornelia Funke schaltet sich derweil für eine digitale Lesung ins Hauptgebäude zu. „Es geht um die Kraft von Geschichten, die Bedeutung von Hoffnung und die Frage, wie angesichts globaler Herausforderungen neue Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden können“, erklärt Dr. Katrin Geneuss, Nachhaltigkeitsbeauftragte für Bildung an der LMU, die die Veranstaltung zusammen mit Studierenden moderiert. Funke liest dabei aus dem Sammelband „Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen“ sowie aus einem Roman ihrer „Drachenreiter“-Reihe für Kinder und Jugendliche. „Anschließend diskutieren wir darüber, wie Geschichten Mut machen, junge Menschen inspirieren und Engagement für Literatur und Naturschutz stärken können“, so Geneuss. Cornelia Funke erzählt auch von ihrer eigenen Verbundenheit mit der Natur – und stellt ihre Stiftung „Rim of Heaven“ vor, mit der sie junge Menschen beim Malen, Schreiben und Musizieren sowie in ihrem Engagement für den Naturschutz unterstützt.

Show-Konzert in der Universitätskirche

In der Münchner Universitätskirche St. Ludwig eröffnet während der Nachhaltigkeitswoche das audiovisuelle Show-Konzert „Die Register des Universums“ einen Blick vom Weltall auf die Erde. Die bild- und tongewaltige Veranstaltung verbindet astronomische Forschung mit Musik und Lichtkunst und soll das Publikum auch emotional ansprechen. Mit Orgelmusik etwa aus Science-Fiction-Filmen, Teleskopaufnahmen und wissenschaftlichen Simulationen erzählen die Astrophysiker Jana Steuer und Dr. Tobias Beuchert, die beide in der Wissenschaftskommunikation arbeiten, die Geschichte des Universums. Ihre Erzählung reicht von den Anfängen des Kosmos über die Entstehung von Planeten bis hin zur Erde selbst. „Auf ihr liegt ein besonderer Fokus: Wir drehen das Teleskop sprichwörtlich um und zeigen, wie einzigartig, aber auch verletzlich unser Planet ist“, erklärt Beuchert, der das Format mitentwickelt hat. „Dabei wollen wir wissenschaftliche Erkenntnisse in eine Geschichte einbetten, die das Publikum auch emotional berührt.“ Getragen wird die Veranstaltung vom gemeinnützigen Netzwerk „Astronomers for Planet Earth“.

Eindrücke aus dem Show-Konzert „Die Register des Universums“ aus der Konzertkirche St. Matthäus in Erlangen

© Matthias Wagner

Die Werke der Kunstpädagogik-Studierenden sind in der Vier-Augen-Galerie am Aufgang der U-Bahn-Station Giselastraße zu sehen. Hinter Glas liegen etwa ein dreieckig gebundenes Buch mit Vogelzeichnungen, ziehharmonikaartig gefaltete Leporellos mit filigranen Illustrationen und Bücher, deren Seiten mit Pflanzenmotiven, Textfragmenten und Collagen beklebt wurden. Damit zeigen die Studierenden, wie viel gestalterisches Potenzial selbst in vermeintlichem Abfall steckt.

Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie auf der Seite der Sustainability Week.

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